Richtiges Verständnis der Tradition |
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- Thomas von Aquin
- Der heiligeBonaventura
- Die Theologen, die den Kirchengesetzen ihre endgültige Form gaben
- Andere Theologen
Thomas von Aquin
Thomas von Aquin führt drei Gründe an, aus denen Frauen nicht zu Priesterinnen geweiht werden können.
- Das Verbot für Frauen, Männer zu lehren oder Autorität über sie zu haben.
1. Timotheus 2,11-15 und 1. Korinther 14,34-35 wollen nur einen zeitweisen Ausschluss von Frauen bei der Verkündigung in der Gemeinde oder bei anderen Aufgaben. Die Aussagen des Paulus auf die Festlegung der Stellung der Frau zu erweitern geht über die inspirierte Bedeutung hinaus.
Thomas von Aquin wird auch davon beeinflusst worden sein, dass dieser Text von den Didascalia Apostolorum und der Apostolischen Verordnungen zitiert wurde, die beide fälschlicherweise den Aposteln selbst zugeordnet werden.
Schlussfolgerung: Dieses biblische Argument ist kein triftiger Grund dafür, Frauen vom Priestertum auszuschließen. Wenn dem so wäre, warum erlaubt dann das gegenwärtige Kirchengesetz Frauen, bei liturgischen Feiern zu lehren und sie zu leiten? - Das weibliche Geschlecht kann keine höhere Stellung einnehmen.
Dieses theologische Argument basiert auf eine vorausgesetzten dreifachen Minderwertigkeit von Frauen.
a. Frauen sind biologische minderwertig. Gemäß der Sicht Aristoteles' zur Fortpflanzung glaubte Thomas von Aquin, dass eine Frau durch einen Fehler im Fortpflanzungsprozess geboren wurde. Eine Frau ist ein ‘unvollständiger Mann’. Der biologisch untergeordnete Status wird auch in dem Glauben deutlich, dass der männliche Same die Fortpflanzungskraft beinhalte. Die Mutter stellt lediglich eine Gebärmutter zur Verfügung, die dem Samen/Fötus Nahrung gibt. Diese Sicht herrschte bei den Kirchenvätern vor.
b. Frauen sind gesellschaftlich minderwertig. Von Natur aus ist die Frau dem Mann unterworfen, weil der menschliche Verstand, obwohl ihn sowohl Männer als auch Frauen zu einem gewissen Grad besitzen, hauptsächlich beim Mann vorhanden ist.
c. Frauen werden abhängig vom Mann geschaffen. Der Mann wurde zuerst erschaffen. Obwohl sowohl Männer als auch Frauen das Ebenbild Gottes sind, was unseren Intellekt betrifft, ist der Mann in besonderer Weise das Ebenbild Gottes.
Thomas von Aquin behauptete, dass auf der Grundlage dieser ihr innewohnenden Mängel die Frau keine höhere Stellung einnehmen kann und daher Christus nicht als ordinierte Priesterin vertreten kann.
Schlussfolgerung: Da Frauen den Männer absolut gleich sind, sowohl biologisch, gesellschaftlich als auch nach der Schöpfungsordnung, ist das Argument nicht stichhaltig. Das Argument stützt sich auf die gesellschaftlichen und kulturellen Vorurteile in jener Zeit. - ‘Diakoninnen’ hatten in der Vergangenheit keinen Anteil an der heiligen Ordnung
Aus geschichtlichem Unwissen heraus tut Thomas von Aquin die Diakonin als eine Frau ab, ’die manche Aufgaben eines Diakons übernimmt und die Predigten in der Kirche liest’.
Wir wissen jedoch, dass die Diakoninnen rechtsgültig als Trägerinnen des sakramentalen Diakonats ordiniert wurden.
Schlussfolgerung: Hätte Thomas von Aquin unser Wissen gehabt, hätte er die Möglichkeit der Frauenordination als Sakrament zugelassen.
Thomas von Aquin spricht zu seinen Mitmönchen
Es ist deutlich, dass Thomas von Aquins Gründe, aus denen er die Frauenordination zurückwies auf Unwissen und den gesellschaftlichen und kulturellen Vorurteilen in jener Zeit basierte. Seine Begründungen geben sicherlich nicht die gültige Tradition wieder. In dieser Hinsicht ist er kein treuer Zeuge des offenbarten Willen Christi.
Rom sagt: ‘Dieselbe Überzeugung [dass Frauen nicht ordiniert werden können] regte die mittelalterliche Theologie an, selbst wenn die Gelehrten der Scholastik in ihrem Wunsch nach Klarheit durch die Glaubensdaten oft ihre Argumente in einer Weise vorbringen, dass modernes Denken Schwierigkeiten hätte, sie zu akzeptieren oder sie berechtigterweise zurückweisen würde.’ Inter Insigniores, § 7.
Antwort: Aus den Argumenten Thomas von Aquins wird deutlich, dass keines seiner biblischen oder theologischen Begründungen stichhaltig sind. Das untergräbt ihre Gültigkeit und sogar ihren Gehalt als ‚Zeugnis’ einer sogenannten ‚Tradition’. Die wahren Gründe für den Ausschluss von Frauen, wie sie in den ‚Argumenten’ selbst aufscheinen, waren die andauernden gesellschaftlichen und kulturellen Vorurteile gegen Frauen.
Der heilige Bonaventura (1217-1274 n.Chr.)
Wenn wir Bonaventuras Argumentation analysieren, gibt es vier Hauptgründe, aus denen Frauen nicht ordiniert werden können:
- Frauen sind dem Mann untergeordnet.
* Frauen müssen ihren Kopf verschleiern und können deswegen nicht die Tonsur tragen.
* Frauen sind nicht das Ebenbild Gottes.
* Eine Frau kann nicht der Kopf eines Mannes sein.
All das hat die allgemeinen Vorurteile in jener Zeit und eine falsche Interpretation von 1. Korinther 11,2-16 zur Grundlage. - Frauen können keine Macht haben.
* Eine Frau ‘ist nicht in der Lage, mit so viel Macht umzugehen’.
* ‘In der heiligen Ordnung gibt es eine Machtkonzentration, von der viele Argumente zeigen, dass sie in keinster Weise für Frauen geeignet ist’.
Auch dieser Grund hat die allgemeinen Vorurteile in jener Zeit und eine falsche Interpretation von 1. Timotheus 2,11-15 zur Grundlage. - Die Päpste haben es Frauen verboten, heilige Gegenstände zu berühren.
Bonaventura zitiert hier einen Auszug aus dem Decretum Gratiani, was für ihn offensichtlich eine wichtiges Argument ist. Er weiß jedoch nicht, dass es hier um einen vermutlich von Papst Soter gefälschten Brief geht, der durch die sogenannten Falschen Dekretalien Eingang in das Kirchengesetzbuch gefunden hat! - Diakoninnen wurden nicht rechtsgültig in das Sakrament des Diakonats geweiht.
Bonaventura erkennt die Bedeutung dieser Frage und legt zugrunde, dass eine rechtsgültige Ordination von Diakoninnen die Frage der rechtsgültigen Zulassung von Frauen in die heilige Ordnung lösen würde (selbst wenn die Frage der rechtsgültigen Ordination offen bliebe).
Aus dieser Antwort wird jedoch deutlich, dass seine Informationen über Diakoninnen ungenau waren: ‘Es wird angenommen, dass die Frauen, die gemeinsam mit den Diakonen die Predigt lasen, Diakoninnen genannt wurden. Sie erhielten eine Art Segen. Daher sollte man auf keinen Fall glauben, dass nach dem Kanon [= Kirchengesetze] Frauen jemals in die heilige Ordnung aufgenommen wurden.’
Hätte er die Ordinierungsriten und das Amt der Diakoninnen gekannt, hätte er ganz bestimmt anders geurteilt. - Da Christus, der Vermittler, ein Mann war, kann er nur durch das männliche Geschlecht repräsentiert werden.
Bonaventura erklärt in dem Absatz, in dem er dieses Argument vorbringt, nicht eindeutig den Grund, aus dem nur Männer Christus repräsentieren können. Aus dem übrigen Text wird jedoch deutlich, dass Frauen aus seiner Sicht Christus nicht repräsentieren können, weil sie eine untergeordnete Stellung haben und keine spirituelle Macht ausüben können (s. Nr. 1 & 2!).
Schlussfolgerung: Hätte Bonaventura unser Wissen gehabt und hätte er insbesondere verstanden, wie Frauen als rechtsgültig ordinierte Diakoninnen in der Kirche fungiert haben, hätte er eingeräumt, dass Frauen zum Sakrament der Ordination zugelassen werden können.
Andere Theologen
Wir finden dieselben Vorurteile und falsche Argumentationen bei:
- Richard von Middleton (13. Jahrhundert)
- John Duns Scotus (1266 – 1308 n.Chr.)
- Durandus a Saint-Pourçain (1270 – 1334 n.Chr.)
Die Theologen, die den Kirchengesetzen ihre endgültige Form gaben
Die Theologen, die den Kirchengesetzen ihre endgültige Form gaben, indem sie ihre Kommentare zum Decretum Gratiani hinzufügten, verleihen den folgenden Gründen für die den Frauen auferlegten Beschränkungen Ausdruck:
- “Frauen ist es nicht erlaubt, eine Kirche während der Menstruation oder nach der Geburt eines Kindes zu betreten. Denn die Frau ist ein Tier, das menstruiert. Nach Berührung mit ihrem Blut können Früchte nicht mehr reifen. Senf verdirbt, Gras vertrocknet und die Bäume verlieren ihre Früchte, bevor sie reif werden. Eisen rostet und der Himmel verfinstert sich. Wenn Hunde dieses Blut lecken, bekommen sie die Tollwut” Paucapalea, Summa, Dist. 5, pr. § 1 v. :p>
- Frauen dürfen Kranken die Kommunion nicht bringen und müssen nach der Geburt außerhalb der Kirche bleiben. Der Grund: „Dieses Blut ist so abscheulich und unrein, wie schon Julius Solinus im Buch über die Weltwunder geschrieben hat, dass durch Kontakt mit ihm Früchte nicht reif werden, Pflanzen vertrocknen, das Gras abstirbt, die Bäume ihre Früchte verlieren, der Himmel sich verfinstert, Hunde die Tollwut bekommen, wenn sie daran lecken…. Und Geschlechtsverkehr zur Zeit der monatlichen Periode birgt viele Risiken. Nicht nur, weil die Unreinheit des Blutes zur Zurückhaltung des Kontaktes mit einer menstruierenden Frau führen sollte: Aus einem solchen Geschlechtsverkehr könnte eine Missgeburt erwachsen.” Rufinus, Summa Decretorum, passim.
- Frauen dürfen keine heiligen Gefäße berühren. Die Geburt eines Kindes bringt einen doppelten Fluch mit sich: „Es gab zwei Gebote im (alten) Gesetz, eines über die gebärende Mutter, das andere über die Geburt selbst. Was die gebärende Mutter betrifft, durfte sie als unreine Person 40 Tage lang den Tempel nicht betreten, wenn sie ein männliches Kind geboren hatte: Denn der Fötus, der in Unreinheit empfangen wurde, soll angeblich 40 Tage lang keine Form haben. Aber wenn sie ein weibliches Kind geboren hatte, wurde der Zeitraum verdoppelt, denn das Menstruationsblut, das bei der Geburt auftritt, wird als so unrein angesehen, dass, wie Solinus sagt, Früchte austrocknen und Grass vertrocknet, wenn es mit ihm in Berührung kommt. Aber warum wurde die Zeit für ein weibliches Kind verdoppelt? Antwort: Weil ein doppelter Fluch auf dem Wachstum einer Frau liegt. Denn sie trägt den Fluch des Adam und auch die (Bestrafung) ‚Du wirst unter Schmerzen gebären’. Oder vielleicht weil, wie das Wissen von Ärzten offenbart, weibliche Kinder bei der Empfängnis doppelt so lang wie männliche Kinder ohne Form bleiben” Sicardus von Cremona, Mitrale V, Kap. 11.
- “Aus drei Gründen soll der Mann das Ebenbild Gottes sein und nicht die Frau. Zunächst: So wie es nur einen Gott gibt, aus dem alles geschaffen wurde, so wurde der Mann geschaffen, aus dem alles andere gemacht wurde. Daher ist er insofern Gott ähnlich, als alles aus diesem einen Gott kam und so sind alle Menschen aus einem Menschen gekommen. Zweitens, genau wie aus der Seite Christi, als er im Tod am Kreuz schlief, der Ursprung der Kirche daraus floss, nämlich Wasser und Blut, welche die Sakramente der Kirche bedeuten, von denen die Kirche lebt und in denen sie ihren Ursprung hat und die Gattin Christi wird, so kam aus der Seite Adams, als er im Paradies schlief, seine Gattin, da ihm eine Rippe genommen wurde, aus der Eva geformt wurde. Drittens: Genau wie Christus der Kopf der Kirche ist und sie regiert, so ist der Ehemann der Kopf seiner Frau, und er regiert sie. Und durch diese drei Gründe ist der Mann dazu eingesetzt, das Ebenbild Gottes zu sein und nicht die Frau, und daher darf der Mann nicht wie die Frau ein Zeichen der Unterwerfung sein, sondern ein Zeichen der Freiheit und der Überlegenheit. Aber in einem vierten Sinn sollen sowohl der Mann als auch die Frau das Ebenbild Gottes sein, weswegen wir den Ausdruck haben ‘Lass uns Menschen machen’, was bedeutet ‘lass uns ihn nach unserem Bild und uns ähnlich machen’, das heißt der durch die Vernunft, durch den Intellekt, durch das Gedächtnis, durch das Genie mit der göttlichen Essenz umgehen kann, und das wird sowohl von der Frau als auch dem Mann gesagt.” Hugguccio, Summa, C. 33, qu. 5, Kap. 13.
- “Frauen können keinerlei öffentliche Verantwortung tragen . . . . Frauen können keinerlei Staatsamt bekleiden. . . . Die Natur hat die Frauen hervorgebracht, damit sie Kinder gebären . . . Der Mann ist das Ebenbild Gottes . . . . Die Gebärmutter ist der Boden, auf dem der Same wächst . . ., etc. ” Johannes Teutonicus, Apparatus, passim.
- “Gott wird nicht durch die Frau verherrlicht, wie durch den Mann, denn durch die Frau gibt es die Ursünde”. Johannes Teutonicus, Apparatus, C. 33, qu. 5, Kap. 13, ad v
- “Ursünde heißt Ur-Sünde, weil sie ihren Ur-Sprung in der Frau hat, bevor sie an den Mann weitergegeben wurde.” Johannes Teutonicus, Apparatus, C. 33, qu. 5, Kap. 19, ad v
- “Frauen können nicht die Verantwortung der Männer übernehmen. Das gilt selbst für adlige Frauen und Äbtissinnen . . . . Achtzehn Gründe, warum Frauen eine schlechtere Position haben als Männer . . .” Henrick de Sergusio, Commentaria, I fol. 173r, 204v.
- “Frauen sind nicht geeignet, die Ordination zu empfangen, da die Ordination perfekten Mitgliedern der Kirche vorbehalten ist, da dieses Amt für die Verteilung der Gnade an andere Menschen eingesetzt wurde. Aber Frauen sind keine perfekten Mitglieder der Kirche, nur Männer.”
“Hinzu kommt, dass die Frau nicht das Ebenbild Gottes ist, nur der Mann. Außerdem war die Frau der effektive Grund für die Verdammung, da sie der Ursprung der Übertretung war und Adam von ihr getäuscht wurde, und daher kann sie nicht der effektive Grund der Rettung sein, da die heilige Ordnung die Gnade und damit die Rettung durch andere vorsieht.” Guido de Baysio, Rosarium, c. 27, qu. 1, Kap. 23. - “Es ist angemessen, dass die Frau nicht die Schlüsselgewalt hat, da sie nicht zum Ebenbild Gottes gemacht ist, sondern nur der Mann, der zur Ehre und zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Daher muss die Frau sich dem Mann unterwerfen und seine Sklavin sein, nicht umgekehrt.” Anthony de Butrio, Commentaria, II, fol. 89r.
- “Hinsichtlich der Ordination der Frauen . . . es ist deutlich, dass das Sakrament sowohl der Substanz (res) als auch des Zeichens (signum) bedarf . . . . Aber im weiblichen Geschlecht kann ein höherer Rang nicht ausgemacht werden, da sie einen Status der Unterwerfung einnimmt: (1. Timotheus 2) ‘Ich erlaube einer Frau weder zu lehren noch Herrschaft über den Mann auszuüben.’
Denn da sie ihre Gleichheit missbraucht hat, wurde sie untertan gemacht: (Gen 3) ‘der Mann wird über dich herrschen’.
Daher bekommt sie nicht den Charakter des Sakramentes, das einen höheren Rang innehat.” Joannes Andreae, Novella V, fol. 125v.
Andere Theologen
Zur Zeit erforsche ich die Originalschriften anderer Theologen aus dem Mittelalter. Bald werden die Ergebnisse hier verfügbar sein!
Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.
Übersetzung aus dem Englischen: Yan-Christoph Pelz

